Meine neue alte Handynummer (0162 802****) ist ab jetzt wieder gültig!
Mit ein bisschen Glück und ein bisschen Internet könnt ihr mich aber auch über Skype erreichen (metal_thrashin_bensch)!
初上火线
Mir ist schlecht. Und noch viel schlechter war mir, als ich heute morgen erwachte. Das Licht war an, der Fernseher lief, es roch nach eingetrocknetem Alkohol und
das Bad hatte auch schon bessere Sonnenaufgänge erlebt. Doch was war passiert...?
Richtig. Abschiedsessen. Um sechs Uhr traf ich im Restaurant meines Hotels ein. Da war die Verschwörung bereits in vollem
Gange. 14 Kollegen und Kolleginnen waren gekommen. Nur für mich! Und der Reihe nach kamen Sie mit vollem Bierglas zu mir, erklärten, was ich für ein feiner Kerl sei (was ich bei den meisten
erwidern konnte) und forderten mich auf, mit ihnen zu trinken. Einer nach dem anderen. 14mal. Bevor überhaupt das Essen auf dem Tisch stand, waren meine Fähigkeiten mit Stäbchen zu essen bereits
entscheidend geschwächt. Aber zum Glück gibt es ja meinen Chef. Der weiß genau, wie man mit trinklüsternen Chinesen umgeht. Also schlugen wir zurück.
Chinesische Geschäftsessen sind sowieso immer klasse, aber dieses Mal war es wirklich richtig toll!! Nach zwei Stunden war leider schon alles vorbei. Chinesen gehen immer zeitig nach Hause. Übrig
blieben neben mir nur mein Chef, Mr. Chen und der immer feierbereite Mr. "Yellow" Wang. Wir beschlossen, noch ein wenig weiter zu trinken und begaben uns dazu in mein Apartment. Dort warteten
noch einige Bier sowie ein halber Liter Jim Beam. Außerdem stießen zeitweise auch noch Sammy (der stellvertretende Hotelmanager) und mein kleiner Fan (die Empfangsdame) zu uns. Einmal mehr hat es
Mr. Wang übertrieben, der seinen rebellierenden Mageninhalt durch mein Fenster in die Freiheit entließ. Zehn mal. Sein neuer Rekord, wie er mir versicherte. Leider konnte ich mich nicht lange
darüber lustig machen, weil ich nur wenige Minuten später in dieselbe unvorteilhafte Lage geriet, es jedoch immerhin noch bis ins Bad schaffte. An diesem Punkt endet mein Erinnerungsvermögen und
setzt erst an beschriebenem verhängnisvollen Morgen wieder ein. Mein Chef hatte mich ins Bett gebracht.
Pünktlich 9Uhr war ich auf Arbeit eingetroffen. Obwohl mir mein Chef noch am Abend geraten hatte, ich solle doch nicht vor 12Uhr auftauchen (und es stattdessen selbst tat). Aber immerhin konnte
ich so den Respekt vieler Kollegen einheimsen, die aufgrund meines regen Bier-Inputs vom Vorabend wohl mit einer wesentlich geringeren Arbeitsmoral gerechnet hatten.
Was tut man nicht alles, um das zauberhafte Bild des tüchtigen, pünktlichen und stets korrekten Deutschen aufrecht zu
erhalten...
Es war jedenfalls ein großartiger Abend! Ich hatte richtig viel Spaß und habe die Konsequenzen deshald gern
in Kauf genommen! So. Und morgen geht’s nach Hause.