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Mittwoch, 26. november 2008 3 26 /11 /2008 03:33

家族 经济

Während meiner Odyssee durch Zhuzhou letzte Woche fand ich zwar kein annehmbares Bekleidungsgeschäft (beziehungsweise keines bei dem ich mir sicher war, dass es sich nicht um gefälschte Waren handelt), lernte aber dafür die Stadt ein bisschen besser kennen. So fließt mitten durch sie durch der Xiangjiang, der immerhin 850km lang und ziemlich breit ist (was ich bemerkte als die Brücke, über die ich ging, kein Ende nahm)... Was mir weiterhin auffiel, ist ein riesiges Sportveranstaltungsgelände. Stadion, Hallen und jede Menge schicke Architektur, die sich hinter dem Olympia-Park in Beijing absolut nicht zu verstecken braucht. Als ich Mr. Zhou darauf ansprach, wofür das denn sei, zuckte er nur mit den Schultern. Das habe die Regierung Zhuzhous letztes Jahr errichten lassen, um der chinesischen Zentralregierung "zu gefallen". Offensichtlich wollte man auch auf den Olympia-Zug aufspringen und ein bisschen was vom großen Anerkennungskuchen dieser Veranstaltung abhaben. Die Einrichtungen wurden bis jetzt ein einziges Mal genutzt, für die Hunan-Festspiele. Große Sportvereine gibt es nicht. Die Anlagen stehen jetzt leer. Der Sinn dieser Investition bleibt somit ein Geheimnis der genialen Geld-zum-Fenster-Rauswerfer der Provinzregierung. Ähnlich Widersinniges habe ich auch in Guilin gesehen. Dort werden derzeit die Fassaden unzähliger Häuser umdekoriert (obwohl augenscheinlich kein Sanierungsbedarf besteht), um der Stadt ein neues Gesicht zu geben. Wenn man dann fragt, ob es unter Umständen nicht ein oder zwei Dinge gäbe, wo das Geld besser aufgehoben wäre (ohne das Wort "Umweltpolitik" überhaupt in den Mund zu nehmen), bekommt man teilweise sehr überraschende Antworten: Das Government sei manchmal wirklich stupid (und das habe ich nicht zum ersten Mal gehört). Ja, man bekommt den Eindruck, dass bestimmte Interessen bestimmter Personen tatsächlich ein entscheidendes Gewicht in den Waagschalen politischer Entscheidungen haben. Sippenwirtschaft, das trifft es glaube ich. Ein großes Palermo mit 1400 Millionen Einwohnern.

 

Naja, aber man soll sich ja an den positiven Effekten erfreuen und die Architektur, die ist wirklich klasse. Leider hatte ich meine Kamera vergessen...

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